Zum Inhalt
ReinigungskonzepteDeutschland

Der Sinnersche Kreis: Chemie, Mechanik, Temperatur, Zeit

Das Grundgesetz der Reinigung: Vier Faktoren, die sich gegenseitig ersetzen – und was ein Roboter davon steuert.

Von Nico Schimko · geprüft am 06.09.2026

Geräte, die das übernehmen
  • Scrub One
    adaptive Steuerung von Druck, Wasser, Intensität
  • Scrub 75
    Ölmodus: Chemie plus Mechanik plus Zeit

Das Prinzip

Herbert Sinner beschrieb 1959 bei Henkel, dass jede Reinigung aus vier Faktoren besteht: Chemie (Reinigungsmittel), Mechanik (Bürste, Druck, Reibung), Temperatur (Wasserwärme) und Zeit (Einwirkdauer). Zusammen ergeben sie immer 100 %. Wer einen Faktor reduziert, muss einen anderen erhöhen: weniger Chemie heißt mehr Mechanik oder mehr Zeit.

Was das in der Praxis heißt

Ein Ölfleck auf Epoxid: viel Chemie (Entfetter), viel Mechanik (harte Bürste, Druck), warmes Wasser, mehrere Minuten Einwirkzeit. Staub auf Vinyl: fast keine Chemie, wenig Mechanik, kaltes Wasser, keine Einwirkzeit – dafür täglich. Naturstein: wenig Chemie (neutral), wenig Mechanik (weich), kalt, kurz – und deshalb ebenfalls täglich, weil sich nichts ansammeln darf.

Der häufigste Fehler in der Praxis ist zu viel Chemie: Sie ersetzt fehlende Mechanik und Zeit, hinterlässt aber Rückstände, die Schmutz anziehen und Beläge schädigen.

Der fünfte Faktor

Moderne Darstellungen ergänzen Wasser als Trägermedium und Verfahren als fünften Faktor: Wie oft und wie systematisch gereinigt wird. Eine tägliche leichte Reinigung schlägt eine wöchentliche intensive, weil Schmutz sich nicht verfestigt.

Was ein Roboter übernimmt

Er steuert alle vier Faktoren automatisch: Die Bodentypen- und Verschmutzungserkennung stellt Chemiedosierung, Bürstendruck und Drehzahl, die Fahrgeschwindigkeit bestimmt die Einwirkzeit. Und er liefert den fünften Faktor, den kein Personalplan sicherstellt: jede Nacht, gleich gründlich. Das ist der eigentliche Grund, warum Roboterreinigung sauberer ist – nicht die Maschine, sondern die Konstanz.

NS
Geschrieben von
Nico Schimko · Beratung und Vertrieb · Robotik und KI

Berät Gebäudereiniger, Handel und Industrie in Leipzig und Mitteldeutschland zur Reinigungsautomatisierung: Objektanalyse, Teststellung, Förderantrag. Jede Zahl auf dieser Seite stammt aus Teststellungen, Datenblättern der Hersteller oder den genannten Quellen.

Fachlich geprüft am 6. September 2026
Quellen
  1. Robert Koch-Institut, KRINKO: Anforderungen an die Hygiene bei der Reinigung und Desinfektion von Flächen
  2. Verbund für Angewandte Hygiene (VAH): Desinfektionsmittel-Liste
  3. Technische Unterlagen und Datenblätter der Hersteller unserer Modellreihen (Stand 2026)Leistungsangaben als Herstellerwerte gekennzeichnet; Praxiswerte aus unseren Teststellungen
Verwandte Themen
Und bei Ihnen?

Welcher Boden, welche Verschmutzung, welche Frequenz – wir rechnen für Ihr Objekt durch, ob sich ein Roboter trägt.